Gedichte
uhubl

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  • Die Himmel rühmen

    Was für ein Wort: die Himmel rühmen!
    Die große Domorgel mit ihren 35 Fuß großen Pfeifen
    entfesselt den Urgrund von Allem, was wir nicht wissen
    Sein und Schein sind aufgehoben.
    Der Klang zieht in Fernen, dahin über die See, die Berge.

    Die Städte sehen nicht. Sie sind mit sich selbst beschäftigt.
    Tand, Tand, nutzloses Zeug in Menschenhand

    Das Meer will die Toten nicht behalten.
    Seht was Ihr angerichtet habt.
    Sie kommen und erheben ihre tote Stimme.



    Rosen

    Die Einen singen ihr Lied der Rose
    der einzigen Rose, wie es Borges einst tat.
    Unvergleichlicher Hymnus an die Rose
    die Goethe beschrieb.

    Ich aber singe mein Lied der Hundsrose
    der gemeinen, dornigen Schönheit
    verstreuter Hecken am Strand
    am windzerzausten Meer.

    Mit einem Grün das so tief und leicht ist
    über dem Sand und den wechselnden Himmeln
    mit dem einzigen Rot das dafür geschaffen wurde
    für offene Blüten, mit Düften, die man nie mehr vergißt.

    Heckenrose, Hundsrose,
    du einzige Rose aller Rosen.


     
  • Malin Head

    Ein Name aus dem Wetterbericht
    Weiter nach Norden geht es nicht
    Spielplatz der gewaltigen Stürme
    Die die irische Küste heimsuchen.

    Auf der Höhe ein Turm
    Relikt überstandener Zeiten
    Die Blicke streifen über die See
    Den Horizont entlang, zu den Buchten

    Sanften Hügeln, Felsen, Fischerbooten
    Der Leuchtturm  grüßt von seiner Insel
    Landeinwärts sattes Grün, braunrot
    Die kahlen Berge, hingestreute

    Weiße Häuser, Fuchsienhecken
    Der Möven schrilles Rufen über 
    Klippen. Rauschend, fauchend
    Brandungswild das Meer.
     
    Im Westen blau im Dunst die steilen
    Küsten Donegals. Graue, große
    Wolken ziehn heran vom Ozean
    Naß und grau liegt Malin Head.


    Pub

    Kleiner Raum, weiß gestriches Holz
    Zur Mittagszeit vier Mann am Tresen
    Whiskeygläser und ein Guinness
    Jung und Alt, derbe, freundliche Gesichter
    Erwiedern meinen Gruß.

    Where are you from? Germany!
    We love the Germans, Köpfe nicken,
    Die Zungen sind schon schwer
    Der Barmann ruft  „Octoberfest“, doch
    Keiner kennt`s persönlich, nur vom Reden
    Von Geschichten...Das wär mal was!

  • Schafe.

    Sonne, Berge blau im Dunst,
    ein Stück vom Ozean da vorne
    Brandungsrauschen, Möven schrein.

    Schafe grasen, schwarze Köpfe,
    Schwarze Ohren, schwarze Beine.
    In Linie aufgestellt der Schönsten vier

    Sehn mich kommen. Zaghaft erstes
    Mäh, dem noch weitere Mähs ganz
    Sittsam folgen, so erbarmungswürdig

    Klingt´s, daß nun die andern zwanzig,
    Dreißig auf den krummen schwarzen
    Beinen mich ins Auge fassen

    Erwartungsvoll mit Bähs und Mähs zu mir
    Herüberblicken in der Morgenstunde.
    Ach was sag ich diesen Schafen nur,
    Die lang mit niemand haben reden können?

    Die schwarzen Augen blinken aus dem
    Dunkel ihrer Häupter und Gedanken.
    So lob ich denn die Schönheit ihrer Glieder
    Den Gesang voll wundersamer Mähs.

    Ein Foto noch und weiter geht´s
    Nicht ohne einen guten Tag zu wünschen.




    Dunkelgrün

    Dunkelgrün, der Wald steht still
    Wolkenzug darüber
    Getreide schwingt im Sommerwind.

    Dazwischen Dächer, Mauerwerk
    Etwas von Zinnober, Englischrot
    Im Schatten starker Eichen

    Auf der Höhe greifen
    Silberhelle Arme nach dem Wind
    Mühlen mahlen Strom und Zeit .


    copyright
    Wolf Schindler 2016

 

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