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lyrik

 


    Wenig ist`s, was hinter dem Horizont sichtbar wird.

    Ein Farbstrich, hingeworfen, achtlos, grün und blaugrau.

    Darüber das Licht. Hell und überall. Kein Schatten.

    Weiße Segel bleiben zurück, verlieren sich im Dunst.

    Ein aufstrebender Küstenstreifen. Eine Kliffkante.

    An´s Land geworfene Welle.

    Wolkendekoration.

    Stille. Keine Zeichen

    .

    Häfen

    Orte der Ankunft. Orte des Abschieds. Orte der Wiederkehr.
    Zeichen des Ungewissen liegen über den Kais.
    Wann werden die Leinen gelöst?
    In aller Frühe. Am Abend. Heimlich zur Nacht. Wohin?

    Wer hier schon alles ankam.
    Empfangen mit Argwohn. Empfangen mit Freuden.
    Viele, die niemand wahrnahm. Die keinen Ort hatten.
    Und doch blieben. Für Stunden. Für Tage. Für immer.

    Umschlagplatz. Für Gerüchte. Für Vermutungen.
    Waren natürlich. Kohle und Holz. Fisch und Wein.
    Gold aus den Palästen der Inkas. Schmuck und Gewürze.
    Seidene Tücher aus Damaskus.

    Sicherer Hafen. Schutz vor dem Sturm.
    Zerstreuung an Land. Frauen, Kneipen, Bars.
    Geschichten hören, erzählen. In die Nacht fliehen.
    Die Heuer versaufen. Das Meer vergessen. Die Träume in jedem.

    Kurz nur. Die Unruhe, die sich mitteilt. Vor dem Auslaufen.
    Kommen und gehen. Der klagende Schrei der Möven.
    So geht es an jedem Tag. Geheimnisvoll gleiten die Schiffe hinaus.
    Ungewiß wie alles was war. Was morgen sein wird. Wer fragt danach?

     

 

  • MÄRCHEN

    sie WAREN SO REICH
    UND HATTEN EIN HAUS
    EIN HAUS GANZ ALLEIN.

    sie ASSEN ZU MITTAG IM GARTEN
    sie TRANKEN ZU ABEND DEN wEin
    sie warEN IN TRÄUMEN GEFANGEN
    über die Nacht, das werden und sein.

    SO GING ES EINIGE jahrE
    LEBTEN WOHL UND GLÜCKLICH DABEI
    DOCH WAR ES NICHT WIE IM MÄRCHEN
    DENN DIE ZEIT GING EINFACH VORBEI.
     
      •  

    •  Musik
       
    • Ich habe heute Musik gehört
      die kam aus anderen Welten

      Ein Gedicht kam mir in den Sinn
      und Zauber breitete sich aus

      Vor einem Bild blieb ich stehen
      unergründlich das Rot und das Blau
    • Wieder waren die Fenster geöffnet
      doch verstand ich nur wenig

      Von all den Wundern nur einen Hauch.
      Doch das ist genug.


      Die Zeit
       

  • Ihr seht, die Zeit ist weit davongeeilt
    Ihr fragt, wo sie geblieben ist.
    Geht nicht so kleinlich mit ihr um
    Solang Ihr lebt, habt ihr genug davon.

    Was ist die Zeit? Es ist die Bahn
    auf der die Menschen sich bewegen
    die Fristen setzt, uns sterblich macht.

    Zeitlos ist nur der Raum
    in dem die Götter wandeln.
    Mag sein, daß eine Ahnung uns
    in später Stund erreicht.

    So geht denn mit dem Vorrat Eurer Zeit
    nach Haus, zum Schlaf und in den neuen Tag,
    beschenkt dann heiter und mit frohem Sinn
    Euch selbst damit, solang Ihr sterblich weilt hiernieden.

     
  • Träume kommen.
  • Langsam verlöschen die Farben
  • Das Rot und Orange in den Wolken verebbt
  • Etwas Violett im Grau ist alles was bleibt.
  • Die Lichter im Dorf werden heller
  • Die Konturen verwischen, fallen ins Dunkel zurück
  • Spiegelndes Schwarz jetzt das Meer
  • Noch schwärzer und fern die Felsen, Inseln und Küsten.
  • Ein Hund bellt. Vorm Pub stehen die Raucher.
  • Eine Katze geht ihres Wegs
  • Die Kinder spielen Jagen und Fangen, Verstecken
  • Der Kaufmann hat Kundschaft bis spät in den Abend
  • Von Ferne die Signale des Leuchtturms, Gleichtakt
  • In einer sich bewegenden Welt, Autos kommen und fahren.
  • Die Welt als Ordnungssystem, das mit Variationen bezaubert.
  • Heut ist´s der Mond, der die Herrschaft hat
  • Stolz steht er und strahlend über dem Berg.
  • Auf seinem Weg überwältigt er alles mit der Fülle
  • Bleichen Lichts, das leichten, heiteren Schlaf macht.
  • Nachtschatten wandern, die Luft ist mild und weich.
  • Ein Kauz ruft. Träume kommen.

 ©Wolf Schindler, Stand: 01.06.2009